Ökopraxis

Die Pflanzenkläranlage:

Im Frühjahr 1999 wurde auf dem Grundstück von unserem Landjugendhaus Kienberg eine Pflanzenkäranlage gebaut.

Funktionsweise:

Pflanzenkläranlage im heutigen Zustand

Pflanzenkläranlage im heutigen Zustand

Das häusliche Abwasser gelangt zuerst in eine herkömmliche Dreikammergrube. Dort setzt sich der Primärschlamm nach unten ab und die leichten Teilchen bilden oben eine Schwimmschicht. Das „Grauwasser“, das sich dazwischen sammelt, wird mehrmals täglich zum ersten Becken gepumpt. Die eigentliche Kläranlage besteht aus einem Vererdungsbecken mit 70 m2 und drei Klärbecken mit insgesamt 250 m2 Fläche, die ca. 70 cm mit einem Kies- und Sandaufbau gefüllt sind. Darin wurden im Vererdungsbecken Schilfpflanzen und in den anderen Klärbecken andere Sumpfpflanzen, wie die Teichsimsen und Schwertlilien gepflanzt. Hier erfolgt die eigentliche Reinigung durch Bodenbakterien, die sich auf dem Kiesmaterial befinden. Die Pflanzen haben die Aufgabe, durch ihr Luftleitgewebe Sauerstoff in das Beet zu bringen. Außerdem durchwurzeln sie den Grund, so dass er wasserdurchlässig bleibt und sie verhindern durch ihr Blattmaterial ein Einfrieren der Anlage im Winter. Die Bakterien bauen nun organische Kohlenstoffverbindungen (Zucker, Fette) durch Oxidation zu Kohlendioxid ab. Stickstoffhaltige Verbindungen, insbesondere Harnstoff und Eiweiße werde über Ammonium zu Nitrat und weiter zu Luftstickstoff (N2) umgebaut. Der Schwefel, ebenfalls in Eiweißen vorhanden, wird an das im Kies vorhandene Eisen angelagert. Bakterien und andere Krankheitserreger werden ebenfalls stark reduziert. Daran schließt sich ein 100 m2 großer Nachklär- und Speicherteich an, in dem durch Sonnenlicht eine zusätzliche Hygienisierung erfolgt. Ein Teil des Wassers wird anschließend für die Gartenbewässerung verwendet, der Rest läuft in einen Sickerschacht. Der sich in der Dreikammergrube bildende Schlamm wird zweimal im Jahr auf das Vererdungsbecken oberflächlich aufgebracht. Dort trocknet er aus und wird zu Humus umgebaut. Er kann später als Blumenerde oder Dünger verwendet werden.

Ergebnisse:

Die Kläranlage auf dem Kienberg erreichte im Oktober für die organischen Kohlenstoffverbindungen bereits Ablaufwerte, die die Grenzwerte um ein mehrfaches unterschritten. Beim Ammonium wurden die Richtwerte noch nicht ganz erreicht, da die Anlage erst zu kurz in Betrieb ist. Im nächsten Jahr werden auch bakteriologische Untersuchungen durchgeführt, um eine einwandfreie hygienische Qualität des Wassers feststellen zu können.
Bei einem Wirkungsgrad von ca. 99% leistet die Anlage einen nachhaltigen Beitrag zur Ökobilanz des Hauses. Zusätzlich wurde es dadurch möglich, den „kleinen Wasserkreislauf“ zu schließen, was beispielhaft für den zukünftigen Umgang mit der Natur sein sollte.

Literatur:

Ambros, R. et al.: Pflanzenkläranlagen selbst gebaut, Stocker-Verlag, Graz, 1998
Garten- und Landschaftsbau Schellheimer Bahlo, K., Wach, G.: Naturnahe Abwasserreinigung – Planung und Bau von Pflanzenkläranlagen, Ökobuch-Verlag, Staufen/Freiburg, 1996
Wissing, F.: Wasserreinigung mit Pflanzen, Ulmer-Verlag, Stuttgart, 1995

Zum Herunterladen: Infoheft über Pflanzenkläranlagen der Universität Hohenheim (PDF, 6,2 MB)

Der Sonnenkollektor:

Sonnenkollektoren

Sonnenkollektoren

Zum Ökokonzept des Kienbergs gehört auch der Sonnenkollektor zur Bereitung von Warmwasser. Die acht Elemente der 20 m2 großen Anlage liefern die Wärme, mit dem zunächst zwei Speichertanks aufgeheizt werden. Da im Haus eine normale Hochtemperaturheizanlage mit herkömmlichen Heizkörpern installiert ist, braucht das Heizwasser eine Temperatur von mindestens 60°C. Deshalb wird bei Bedarf das Wasser durch einen Ölbrenner zusätzlich erwärmt. Trotzdem wird seit der Installation des Sonnenkollektor im Jahre 1988 nur noch die Hälfte des Heizöls gebraucht, was einer Einsparung von ca. 2000 DM/Jahr entspricht.

Tipps zum Kollektorbau:

Allgemein werden pro Person 1,5 bis 2 m² Kollektorfläche und 80 bis 100 l Wasserspeicher veranschlagt. Für die Ausrichtung gelten folgende Richtwerte: Die Himmelsrichtung sollte vorzugsweise nach Süden sein, bei einer Abweichung um 45° benötigt man einen ca. 25% größeren Kollektor. Bei einer Hauptnutzung im Frühjahr und Herbst sollte die Neigung der geographischen Breite (in Bayern ca. 48°) entsprechen, bei einer Hauptnutzung im Sommer ist eine 12 Grad flacher Anordnung erforderlich. Die Kollektoren gibt es als fertige Bauteile oder als Bausätze. Die Bausätze sind zwar bei der Anschaffung günstiger, haben aber meist einen geringeren Wirkungsgrad. Die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage hängt außer den Gegebenheiten (Kollektorfläche, Heizungsanlage) auch entscheidend vom Verhalten der Benutzer ab. Beispielsweise sollte das Vollbad am Besten bei Sonnenschein genommen werden. Als Faustregel gilt, dass pro Quadratmeter Kollektorfläche im Jahr ca. 60 Liter Heizöl gespart werden können, was der Umwelt also eine Belastung von 200 kg oder 105 m³ CO2 erspart. Damit werden auch die entsprechenden Folgeschäden (z.B. Umwelt- und Gebäudeschäden) und ihre Kosten für die Allgemeinheit vermieden.

Die Kräuterschnecke:

Kräuterschnecke

Kräuterschnecke

Kräuterschnecke

Eine gute Möglichkeit, Kräuter anzubauen, ist eine Kräuterschnecke. Diese kann man auch leicht selber bauen. Beste Pflanzzeit ist der Frühling. Wir benötigen dazu einen sonnigen Platz im Garten von ca. 2 – 3 m (je nach Wunschgröße) Durchmesser, Spaten, Schaufel, Natursteine oder frostfeste Ziegel, Schutt mit groben Steinen oder Kies, Humus, Sand, evtl. Zement und Teichfolie.
Der Boden wird ca. spatenstichtief ausgehoben, die Schnecke sollte auf geradem Grund stehen. Hier wird dann mit Sand oder kleinen Steinen der Grundriss der Kräuterschnecke markiert (im Osten beginnend eine sich verengende Spirale, die im Westen endet). Als Baumaterial können alle Arten von Steinen verwendet werden, die sich gut aufschichten lassen und frostsicher sind. Im Zentrum der Schnecke ist sie je nach Größe 1m bis 0,5 m hoch und fällt bis zum Rand hin kontinuierlich bis auf eine Steinhöhe ab. Achten Sie auf eine stabile Bauweise, denn die Mauer muss den Druck der eingefüllten Erde aushalten. Evtl. kann auch mit etwas Zement nachgeholfen werden. Das Zentrum der Schnecke wird bis zu einer halbe Windung mit einem “Schutt-Stein-Gemisch” oder Kies aufgefüllt, damit das Wasser gut ablaufen kann. Darüber kommt eine etwa 20 – 30 cm tiefe Sand-Erde-Schicht, im Verhältnis mehr Sand als Erde. Nach außen und unten hin ändert sich das Mischverhältnis, die Erde wird “fetter” mit weniger Sand, dafür evtl. auch mit etwas Kompost vermisst. Wer will, kann die Kräuterschnecke mit einer kleinen Wasserfläche abschließen. Nachdem die Erde gut vermischt ist, kann mit dem Pflanzen begonnen werden. Im Zentrum (mit mehr Sand) werden an Trockenheit angepasste Kräuter gepflanzt. Nach außen/unten hin werden dann die eher feuchtigkeits- und Nährstoffliebenden Pflanzen gepflanzt. Das Grundgerüst bilden mehrjährige Kräuter, die Lücken können dann mit einjährigen Kräuter oder auch einigen kleine Blumen geschlossen werden. So ist eine Kräuterschnecke nicht nur sehr praktisch, sondern sieht auch hübsch aus.

Mögliche Pflanzenfolge:

von außen nach innen (unten nach oben oder feucht zu trocken)

  • Brunnenkresse (direkt am Wasser)
  • Sauerampfer
  • Pfefferminze
  • Zitronenmelisse
  • Liebstöckel
  • Schnittlauch
  • Knoblauch
  • Dill
  • Petersilie
  • Bohnenkraut
  • Ysop
  • Estragon
  • Lavendel
  • Majoran
  • Rosmarin
  • Thymian

Viel Spaß beim Bauen, Pflanzen und Ernten.

GEPA-Waren auf dem Kienberg :

gepa Schokoriegel

gepa Schokoriegel

Im Landjugendhaus Kienberg nimmt traditionell der faire Handel mit Ländern der dritten Welt einen hohen Stellenwert ein. Viele fair gehandelte Lebensmittel der GEPA (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH) werden täglich in unserer Küche verwendet und auch verkauft.
Die gepa ist eine Handelsorganisation, die den Kleinbauern in den Erzeugerländern einen fairen Mindestpreis für ihre Produkte zahlt, auch wenn der Weltmarktpreis darunter liegt. Aufgrund dieser Mindestpreisgarantie ist die Existenz der Erzeuger gesichert und ein Teil der Gelder fließt in Entwicklungs- und Bildungsprojekte vor Ort sowie in die soziale Absicherung der Kleinbauern. Auch umweltverträgliche Produktionsbedingung sind ein Anliegen der gepa.
Die Palette ihres Angebots reicht von Lebensmitteln wie Honig, Schokolade, Zucker, Tee, Nüsse, Kakao, Kaffee, Gewürze bis hin zu Textilien, Schmuck und Musikinstrumenten.
Im Landjugendhaus Kienberg stehen für die Gäste Kaffee, Schokolade, verschiedene Schokoriegel und ein wenig mehr zum Verkauf bereit.

Wer sich näher informieren will, kann sich direkt an die GEPA wenden:

GEPA mbH
Regionalstelle Bayern
Amperpettenbach 11
85778 Haimhausen